menu-icon-luise-closing

Search

IMG_2393IMG_2394

„Ich glaube nicht, dass sie dich persönlich nicht mag, aber sie kann eben einfach nicht von dir profitieren.“ –  ich schlucke, als mir eine befreundete Bloggerin diese Antwort gibt, als ich sie frage, ob eine andere Bloggerin ein Problem mit mir hat. Während ich den letzten Satz tippe, merke ich selbst direkt, wie blöd das klingt. Aber diese Sticheleien untereinander, das gegenseitige Ausnutzen und Ausschließen macht leider auch vor unserer superschicken, weißen und hippen Bloggerwelt nicht Halt.
Ich war nie ein Freund davon, andere auszuschließen. Hautfarbe, Religion, Kleidung – ihr wisst, dass ich da keine Unterschiede mache. Aber das man heute wegen der Anzahl der Instagramfollower nicht so herzlich begrüßt wird, wie jemand anders – das schockiert mich, ich schüttle unwillkürlich mit dem Kopf.

Ich frage mich, seit wann Oberflächlichkeit wieder cool geworden ist? Seit wann achten wir nur auf unseren eigenen Vorteil?
Das sie teilweise leider unumgänglich ist, ist mir bewusst: Wenn wir eine Person das erste Mal sehen, machen wir uns automatisch ein Bild von ihr. Und das basiert ganz oft auch auf Äußerlichkeiten auf Kleidung. Erst bei genauerem Hinsehen, hört man richtig hin. In dieser schnelllebigen Zeit, sind wir zu beschäftigt, um zu lesen, zu deuten, hinter die Fassade zu blicken. Agenturen klicken sich durch tausende Blogs am Tag und immer der Blick auf die Anzahl der Follower. Geld machen. Möglichst hohe Reichweiten. Was dahinter steckt, ist oft egal. Wir scrollen uns durch Instagram und bewundern immer gleiche Bilder. Beneiden die Frau auf der anderen Straßenseite um ihre Handtasche. Und dann sind wir mittlerweile wohl schon so weit, Menschen auf Grund der Anzahl ihrer Follower in Schubladen zu stecken. Das ist dann der Moment, in dem diese unwirkliche Internetwelt die Realität einnimmt. Gruselig.
Und das ist umgänglich. Das muss nicht sein. Das ist – entschuldigt – Schwachsinn.

Ich weiß gar nicht mehr ganz genau, wann der große Hype um Serena, Blair und die Upper Eastside begonnen hat. Aber plötzlich hat es jeder geschaut und geliebt. Ich bin ganz ehrlich, auch ich habe mir jede Woche die neuste Folge angesehen, mitgefiebert. Irgendwann allerdings habe ich gemerkt, dass das eigentlich ganz schöner Blödsinn ist. Intrigen, hinterlistig sein und Menschen mit weniger Geld sind auch automatisch weniger wert, keiner darf auf der Treppe über mir sitzen – diese Werte hat uns die Serie vermittelt. Und ich habe das ungute Gefühl, dass der ein oder andere, sich das alles ein bisschen zu sehr zu Herzen genommen hat.
„Das Problem ist, dass sie Angst haben, überholt zu werden. Das sind einfach nur Ellebogen, Luise. Das ist Konkurrenzkampf.“ – also schließen wir andere aus, weil wir Angst davor haben, zu teilen? Aufmerksamkeit. Geld. Die Luft zum atmen.
Aber die Sache ist doch die: oftmals kann man anfangs gar nicht wissen, wie jemand oder etwas unser Leben bereichert. Und wenn du nur darauf aus bist, mehr Follower zu bekommen, mehr Geld zu verdienen, möglichst viele oberflächliche Kontakte zu schmieden, damit du irgendwann mal jemanden kennst, der jemanden kennt – dann ist das doch nicht gerade weit gedacht.
Miteinander bereichert. Kann bereichern.

Vor einigen Monaten noch wollte ich unbedingt dazugehören. Auch mit bei den anderen ganz oben auf der Treppe sitzen.
Heute schnapp’ ich mir ein Paar bequeme Schuhe und geh’ meinen eigenen Weg. Und wer mitkommen will, ist gerne eingeladen! Nur rumsitzen und auf andere herabblicken ist doch langweilig.

Instagramfollower. Herkunft. Hautfarbe. Religion.
Das spielt keine Rolle.
Menschlichkeit.
Ein Vergleich, der vielleicht nicht jedem passen wird.
Und der auch nicht gerade hochgradig intellektuell ist.
Aber durchaus legitim. 

IMG_2418 IMG_2460
IMG_2463 IMG_2461

IMG_2495IMG_2490IMG_2432IMG_2528

[show_shopthepost_widget id=“1116318″]

Jacke – S.Oliver
Hose – S.Oliver 
Top – Bershka 
Schuhe – Guess 
Handtasche – Ralph Lauren
Uhr –  Marc Jacobs
Armreifen – H&M 

Bearbeitung – Vanessa Thiele Fotografie

Kommentare

  • Basti

    schöne farbzusammenstellung…am besten gefällt mir das shirt. es passt richtig gut zu dir. das foto nur mit uhr und händen ist super…ich liebe detailaufnahmen. du hast aber auch hübsche hände für solche bilder 🙂

    19. Oktober 2015
  • Luise, für mich ist das dein bisher bester Beitrag.
    Wirklich.. mit 1600 Followern stehe ich wohl auf der Instagram Promiliste ganz weit unten. Blogger scheinen unnahbar. Sieht man durch Zufall einen auf der Straße traut man sich kein Wort zu sagen – als wäre der Gegenüber etwas besseres. & das nur aufgrund von Followern und etlichen Kooperationen. Neulich – ich mag es dir erzählen – geschah etwas tolles. Eine meiner liebsten Blogger postete ein Bild auf Instagram. Ich machte ihr ein Kompliment – so ein richtiges mit Herz. Aufeinmal kam eine Privatnachricht wie süß sie mich fände und, dass sie mir das Armband das auf dem Bild zu sehen war gerne schenken würde. Nach kurzem zögern antwortete ich ihr und sagte, dass das nicht nötig sei. Doch sie bestand darauf. 5 Tage später hatte ich es tatsächlich mit einem liebem Text im Briefkasten – das gab mir etwas Hoffnung. Nicht weil ich um ein Armband reicher bin NEIN sondern weil ihr ein paar liebe Worte mehr bedeutet haben als ein gesponsortes Schmuckstück.

    Liebste Grüße, Kristin von http://kristiwithlove.blogspot.de

    19. Oktober 2015
  • Vor einigen Monaten noch wollte ich unbedingt dazugehören. Auch mit bei den anderen ganz oben auf der Treppe sitzen.
    Heute schnapp’ ich mir ein Paar bequeme Schuhe und geh’ meinen eigenen Weg. Und wer mitkommen will, ist gerne eingeladen! Nur rumsitzen und auf andere herabblicken ist doch langweilig.

    TREFFENDSTER SATZ EVER!!!

    19. Oktober 2015
Seiten:1 2 3 15
Schreibe einen Kommentar