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Mein Sternzeichen ist Krebs.
In der Kinderbibliothek habe ich mir mal ein Buch über Sternzeichen ausgeliehen und war so fasziniert davon, dass alles, was es dort über Krebse zu lesen gab, auf mich zuzutreffen schien.
Mein Element ist das Wasser – so stand es jedenfalls in diesem Buch geschrieben.
Und als im Jahr 2001 – okay, das ist verdammt lange her – das erste Album der No Angels in die Läden kam, trällerte ich zwar jedes Lied lauthals mit und identifizierte mich am meisten mit Sandy, – ihr war das Eis zugeordnet –, hatte aber immer noch keine Ahnung von Elementen.
Denn so richtig darüber nachgedacht, habe ich nie.

Wasser. Feuer. Luft. Und Erde.
Nehmen wir an, dass die vier Elemente ewig existierend und unveränderlich sind. Vier Dinge, um alles andere entstehen zu lassen. Grundzutaten.
Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass alles in seiner Grundsubstanz so einfach ist? Ist es nicht sonderbar, dass alles in seiner Grundsubstanz so einfach, ja gleich ist? 

Das sanfte, nachgiebige, weiche Wasser.
Das ehrgeizige, zielstrebige, engagierte, mutige Feuer.
Die quirlige, aufgedrehte, flexible, die veränderungsorientierte Luft.
Die starre, beständige, festgefügte Erde.

Wasser. Feuer. Luft. Und Erde.

Irgendwo auf dem offenen Meer. In El Nido hatten wir abgelegt. Und dann war da nichts als Wasser. Vom kleinen Fischerboot springen wir einfach in das unendliche Türkis. Mein Herz schlägt und ich frage mich, ob jeder es so laut hören kann, wie ich selbst. Um mich: nichts und so unendlich viel. Wasser. Ehrfürchtig.
Wenn man in einem Flugzeug sitzt, hat man nicht unbedingt frische Luft zum atmen. Aber es kommt dem Gefühl zu schweben vielleicht am ähnlichsten. Ich saß im Flieger nach New York. Ganz allein, obwohl mich so viele Menschen umgaben. Für mich. Und ich flog! Nicht nur von Berlin über den großen Teich in die USA. Nein, ich bin geflogen. Luft. Ehrfürchtig.
Lagerfeuer. Meine Backen glühen, obwohl der Rest meines Körpers schon leicht zu frieren beginnt. Um mich herum Gespräche, Stimmen, die ich nicht mehr hören will und mein Blick gerichtet auf die Glut, auf die Flammen, die sich alles zu eigen machen, was sich ihnen nähert.  Gierig. Ohne Kompromisse. Feuer. Ehrfürchtig.
Mit der Erde fehlte mir diese Begegnung noch.
Ich meine, ich habe den Alchimisten gelesen – ob ich ihn richtig verstanden habe, weiß ich nicht.
Wir steigen in den klimatisierten Jeep. Das Radio ist viel zu laut aufgedreht. Draußen ziehen die Wolkenkratzer an uns vorbei. Es werden immer weniger. Die Straßen werden immer länger, das Land immer flacher. Und dann – von jetzt auf gleich – ist da nur noch Sand. Unendliche Weite. Ich Traue meinen Augen kaum. Die rasante Fahrt im Jeep bekomme ich eigentlich nur mit, weil es mir allmählich flau wird im Magen. Aber ich achte nicht darauf, wie wir die Hügel rauf und runter fahren – ich betrachte nur diese Unendlichkeit. Bin ganz ruhig. Eine Düne nach der anderen. Immer wieder. Bis ans Ende des Horizonts.
Als der Wagen endlich zum stehen kommt, kann ich es kaum noch erwarten auszusteigen. Natürlich halten wir an einem Ort, an dem schon zig tausend andere Touristen ihre Urlaubsfotos geschossen haben, aber das macht den Moment nicht weniger magisch. Mühsam ist es, die Düne hinaufzugehen – aber als wir sehen, was dahinter kommt, haben wir die 48°C und die Sonne, die gnadenlos scheint vergessen: Unendlichkeit.
Mehr brauch es nicht, um das zu beschreiben.
Und wieder Mal fühle ich mich so unbedeutend, so wertvoll wie noch nie.
Das war nicht beeindruckend, das war prägend. Einprägsam. Lehrreich.
Ganz besonders.
Erde. Ehrfürchtig. 

Das ehrgeizige, zielstrebige, engagierte, mutige Feuer.
Das sanfte, nachgiebige, weiche Wasser.
Die quirlige, aufgedrehte, flexible, die veränderungsorientierte Luft.
Die starre, beständige, festgefügte Erde.

Wasser. Feuer. Luft. Und Erde.
Ich kann mich nicht entscheiden.
Das ist der Ursprung. Alles.

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Oberteil – River Island
Rock – Pull&Bear
Jacke – Mango
Tasche – Chloé
Schuhe – Accessorize
Kopfschmuck – boohoo

Fotos – Mama
Bearbeitung – Vanessa Thiel

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Kommentare

  • Lilo Wiesen - Bergner

    Wow! Wunderschöner Text und tolle Fotos!!
    Ich kann in deinen Texten abtauchen, mich mit ihnen identifizieren, obwohl ich selber keine vergleichbare Situation erlebt habe… Ich werde immer total ruhig und nachdenklich, wenn ich einen deiner Texte lese. Ich bin echt total beeindruckt!

    Ganz liebe Grüße, Lilo

    10. September 2015
  • Julia

    Wow! Die Bilder sind der Wahnsinn und der Text ist einfach klasse ! 🙂

    10. September 2015
  • Sabrina

    Die Bilder und der Text sind grossartig! Gefällt mir sehr 🙂

    10. September 2015
Seiten:1 2 3 15
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