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Ich erinnere mich daran, dass ich es gehasst habe, vor der Kamera zu stehen. Mit 13 habe ich mir immer die Hände vor’s Gesicht gehalten. Familienfotos fand ich grässlich. Klassenfotos sowieso. Und wenn dann in der Schule auch noch Portraits gemacht wurden – mit diesen scheußlichen Hintergrundfolien – dann wäre ich am liebsten jedes Mal in Tränen ausgebrochen. Schlimmer noch war es, wenn man dann eine Woche später die Fotomappen ausgeteilt bekam. Jedes Mal wäre ich am liebsten im Boden versunken. Fand meine Freundinnen viel hübscher. Hätte der blöde Fotograf mich doch nicht mit einem seiner voraussehbaren Witze zum lachen gebracht. „Und jetzt mal bitte grinsen. Ganz breit! Zähne zeigen!“ Wollte ich nicht. Absolut nicht. Und hatte damit bis vor ein paar Jahren immer noch Probleme.
Die Erklärung dafür ist ganz einfach. Etwas das ich an mir nicht mag? Meine Zähne. Ich hatte bisher noch nie ein Loch, meine Zahnärztin ist zufrieden. Meine Zähne sind auch nicht schief oder krumm oder gelb. Aber ich kann mich schlichtweg mit der Form nicht anfreunden. Habe daher auf Bildern meistens irgendwie verkrampft geschmunzelt. Unehrlich. Weil ich etwas verstecken wollte, das zu mir gehört. War unsicher.

Heute stehe ich jede Woche vor der Kamera. Und es macht mir Spaß.
Natürlich, ich bin erwachsener geworden. Ich stehe zu meinem Körper, mit all‘ seinen kleinen Fehlern. Ich kann mich selbst lieben. Bin selbstsicherer. Und ja, mit der Zeit lernt man auch, wie man sich am besten präsentiert, welche die Schokoladenseite ist. Ich gebe zu, dass ich auch gelegentlich vor dem Spiegel geübt habe, wie ich am sympathischsten aussehe. Klägliche Versuche, die daran gescheitert sind, dass ich etwas aufsetzen wollte.

Heute ist das anders, denn da ist noch etwas mehr als die überstandene Pubertät und die Erfahrung vor der Kamera: ich bin glücklich. Ehrlich und wahrhaftig glücklich.
Und auch an Tagen, an denen mir das nicht unmittelbar bewusst ist, kann ich mir zig Dinge in’s Gedächtnis rufen, die mich froh machen. Die mir ein aufgewecktes Lachen in’s Gesicht zaubern oder ein verträumtes Schmunzeln. Ich kann mich freuen. Ich bin zufrieden. Natürlich nicht 24 Stunden am Tag. Aber ich würde sagen, dass meine Grundeinstellung mittlerweile so viel positiver ist als vor ein paar Jahren noch. Schade eigentlich. Denn gerade die Jugend sollte doch eine unbeschwerte Zeit sein. Doch bemerke ich immer wieder, dass ich  – je  älter ich werde, auch glücklicher sein kann. (Ich hoffe das bleibt so, bis ich 100 Jahre alt bin und am Ende werde ich zu Konfetti.) Wahrscheinlich muss man erst Mal einige Dinge ablegen, bevor man zufrieden sein kann, bevor man herzlich lachen kann. Das sind Ängste und das ist Schamgefühl. Das können auch Menschen sein, die einen runter ziehen. Begebenheiten. Man muss sich frei machen von negativen Einflüssen. So gut es eben geht. Ein guter Anfang? Der neue Song von Taylor Swift. Keine musikalische Glanzleistung, aber dafür ein richtiger Stimmungsmacher. Besonders zu Hause, beim fertig machen, mit einer Dose Haarspray als Mikrofon.

Ich würde nicht sagen, dass ich eine unfassbar lustige Person bin. Aber man kann mit mir lachen. Auch gern mal über mich. Ich sehe heute alles viel lockerer und ernster zugleich.
Ich möchte diese Einstellung teilen, also nehme ich mir immer wieder vor: Smile – like everybody is watching! 

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Bluse – Mango / Weste, Hose, Schuhe – Zara / Tasche – Rebecca Minkoff / Kette – Accessorize 
Fotos – Frederic Bloch

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Kommentare

  • So eine Hübsche! Dein Lachen musst du wirklich nicht verstecken.
    Aber lustig, genau das Gleiche habe ich bei mir auch schon festgestellt.
    Ich tue mich zwar immer noch ziemlich schwer, Zähne zu zeigen, aber ich hüpfe oft glücklicher durch den Tag … auch wenn es mal wieder stressig ist.

    Liebe Grüße ♥
    Anneeee
    http://blondundbruenett.blogspot.com/

    11. November 2014
  • Dein Lächeln ist wundervoll und das Outfit ist einfach wunderschön 🙂
    Dein Blog gefällt mir sowieso unheimlich gut.
    Liebste Grüße ANNA von fashionannagirl.blogspot.com

    11. November 2014
  • Toller Text, ich konnte mich darin ein klein wenig wieder finden.
    Sehr schöne Fotos.

    Liebste Grüße Vanessa♥
    http://www.coeurroyal.de

    11. November 2014
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