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Du bist der Durchschnitt der fünf Personen, mit denen du am meisten Zeit verbringst. 
Deine Einstellung, deine Meinung, dein Handeln und Agieren, deine Art – all’ das resultiert aus den Einflüssen, die die Menschen aus deinem unmittelbaren Umfeld auf dich haben.
Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe oder wann. Aber seitdem schwirrt mir diese Theorie im Kopf umher. Und seitdem achte ich noch mehr darauf, wen ich treffe, anrufe, um Hilfe bitte.

Fünf Menschen. Ich überlege, wer aus meinem Freundeskreis, meiner Familie dazu gehört. Muss ich auch auf Charaktere aus Büchern und Filmen achten? Können Menschen dazu zählen, mit denen ich schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesprochen habe, aber immer noch alte Nachrichten lese, Facebookeinträge verfolge und Instagrambilder like? Was ist mit Autoren? Und Youtubern, von deren Gelaber ich mich täglich berieseln lassen?
Ich werde stutzig. Es ist gar nicht so einfach, festzustellen, wer genau das ist. Mit welchen fünf Menschen beschäftige ich mich tagtäglich am meisten? Freiwillig?
Aber um so länger ich darüber nachdenke und meine Eigenarten, Einstellungen und Argumente mit denen meiner Bekannten vergleiche, desto einleuchtender wird es. Dann wird mir plötzlich klar, wer einen größeren Einfluss hat und wer einen geringeren. Und dann wird mir klar, wer mir gut tut und wer nicht.
„Und was ist, wenn ich den Großteil meiner Zeit mit nur einer anderen Person verbringe?“, fragt mich eine Freundin, als ich ihr davon erzähle. 
Ich lege meinen Kopf zur Seite und schaue sie an –„Ja, Liebes … ich würde sagen: dann machst du etwas verkehrt.“ Natürlich gibt es Zeiten, in denen man eigentlich nur diese eine Person braucht, denkt zu brauchen. Aber wieso abkapseln? Wieso nicht die Motivation, Inspiration durch Andere zulassen? Wieso am Wegesrand zu zweit stehen bleiben, wenn man zu sechst weiterlaufen kann?
Es ist nicht so, dass ich den Fehler selbst noch nie gemacht hätte. Ich fixiere mich schnell auf eine Person. Und im vergangenen Jahr waren es zwei – und wenn beide Stützen wegfallen, dann bist du plötzlich der Durchschnitt aus Null.
Ich blicke auf ein Jahr zurück, in dem sich diese fünf Menschen immer wieder geändert haben – und an mancher Stelle habe ich das bedauert. Es tut weh, wenn Menschen gehen, Freundschaften auseinander brechen, man weiterziehen oder diese Reise ohne eine vertraute Begleitung antreten muss – aber es tut so gut, immer wieder frischen Wind ins eigene Leben zu lassen. Es tut gut, völlig fremden Menschen ein Urteil über dein Leben zu erlauben. Es ist bereichernd, sich auf andere einzulassen. Immer wieder neu. Denn nur so kann man sich entwickeln, wachsen.

Ich habe in diesem Jahr gelernt, mich nicht mehr auf eine Person zu versteifen. Es ist fabelhaft, wenn man einen Seelenverwandten trifft, aber ihn zu verlieren, bedeutet auch Halt zu verlieren – und dann braucht man Freundschaften, die da sind und festhalten. Ich habe gelernt, dass es – ab einem bestimmten Punkt – nichts mehr bringt, Menschen hinterherzulaufen, in denen man so viel mehr sieht, als da tatsächlich ist. Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass es okay ist, sich auf andere Menschen einzulassen. Ich habe gelernt, dass sie viel mehr aushalten, als ich dachte – dass sie mich aushalten und verstehen. Aber ich habe auch gelernt, dass es Tage braucht, an dem man einfach allein ist. Sich selbst kennenlernt. Sucht. Und Findet. 
Ich habe in diesem Jahr gelernt, die Menschen, die mich umgeben, mit Bedacht auszuwählen.
 Menschen, die mich zum Lachen bringen und Nachdenken und Kämpfen.
Ich habe gelernt, dass ich der Durchschnitt der fünf Personen bin, mit denen ich am meisten Zeit verbringe. 
Und ich glaube, dass ich in diesem Jahr eine fabelhafte Auswahl getroffen habe.

Denn seit ich diese Theorie beachte hat sich einiges geändert.
Seitdem rufe ich meine Mama täglich mindestens ein mal an. Denn sie muss zu diesen fünf Personen gehören. Ich brauche diesen Einfluss.
Seitdem habe ich mich bei ihr nicht mehr gemeldet. Und es scheint sie nicht mal sonderlich zu stören.
Seitdem fiel es mir so viel leichter, mich nicht mehr bei ihm zu melden. Denn, auch wenn seine Anwesenheit mal Glück und Zuneigung bedeutete, war es am Ende nur noch ein Geben. Wir wollten doch teilen und nicht subtrahieren.
Seitdem verabrede ich mich mit interessanten Menschen, alten Freunden – auch wenn wir eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. Aber ich möchte wissen, was sie zu sagen haben.
Seitdem besuche ich meine Großeltern wieder öfter.

Mama und C. F und C. Und mittlerweile T. 
Aber das ändert sich morgen wieder. Und nächste Woche. Und bleibt dennoch konstant.

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Jumpsuit – ASOS
Heels – Zalando

Fotos – Tobias Ritz

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Kommentare

  • Hannah

    Liebe Luise,
    deine Blogposts bringen mich zum Nachdenken, zum Reflektieren, und manchmal findet man genau diesen einen Satz, den man gerade gebraucht hat.
    Und ich denke die Personen, die dich zu ihren 5 Personen zählen, habe genauso eine fabelhafte Wahl getroffen. Deine Silvesterwoche ist super! Ich freue mich jeden Tag aufs neue auf einen neuen Post.
    Liebe Grüße
    Hannah

    17. Dezember 2015
  • Toller Post, die Theorie habe ich auch mal gehört.
    Vielleicht sollte ich mich damit auch mal außeinandersetzen!
    Aber ist das nicht schon dein 4. Sylvesterpost? 😀
    Liebste Grüße
    Ruth

    17. Dezember 2015
  • Wow, seht Ihr alle toll aus – und Du ganz besonders! Das ist ja eine klasse Theorie, ich habe ähnliches schon vorher gehört, doch noch nie so wunderbar auf den Punkt gebracht. Das schöne darn ist, dass wir damit insbesondere auch selbst steuern und beeinflussen können, das finde ich besonders anziehend daran. Vielen Dank fürs Teilen, das öffnet mir in einigen Aspekten die Augen 🙂
    xx Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

    17. Dezember 2015
Seiten:1 2 3 8
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