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Vorgestern bin ich 20 Jahre alt geworden. Zwanzig. So richtig kann ich das selber noch nicht glauben. Ich bin jetzt kein Teenager mehr. Und auch wenn ich zu sagen pflege, ich fühle mich wie 18 und sehe auch viel jünger aus, als ich jetzt bin. Auch wenn Zeit relativ ist und ich mich von Zahlen nicht einschüchtern lassen sollte. So habe ich doch in den letzten Tagen, während ich Revue habe passieren lassen, gemerkt, dass ich erwachsen geworden bin. Ich bin auf dem richtigen Weg. Ich lebe für mich. Arbeite. Lächle, nein strahle. In erster Linie: für mich.
Und wenn ich meinem 16-jährigen Ich irgendwas hätte sagen können, dann wäre es: Du wirst da drüber stehen! Definitiv!

Auf die meisten Menschen wirkte und wirke ich selbstsicher. Geordnet. Vielleicht manchmal auch ein bisschen überheblich. Und das irritiert mich ungemein. Es sind mir Dinge widerfahren, die mich verunsichert haben. Begründungslos gegangen. Nicht rangegangen. Ich höre das Pfeifen in meinem Ohr immer noch. Fünf mal kannst du es klingeln lassen. Auf dem Foto wollte irgendwie niemand neben mir stehen. In der Schule war ich nie mitten drin. Oberflächliche Kuh! Dummchen! Blondchen! Das alles gehört dazu. Zum älter werden. Erwachsen werden ist nicht fair. Wenn niemand einen findet, nicht mal man selbst. Man sucht zwischen so vielen Zeilen, in seinen Augen. Aber wenn die dann plötzlich leer sind und man nur noch stur von der Tafel abschreibt, dann vergisst man sich selbst. Man wird zum Vermissen an sich, zur Leere. Man verliert den Halt, die Struktur. Zieht so viele Schlussstriche, die heute noch sichtbar sind. Unwirksam. Bitterlich geweint. Nie nachgefragt. Nie geantwortet. Trotz.
Ich war nicht selbstsicher. Ich war viel zu oft ein Häufchen Elend, dass erst alles schwarz und dann rosa gemalt hat. Ich habe nicht nur darauf gewartet, dass mich jemand fragt, ob ich ihn zum Abschlussball begleite, sondern auch auf Brüste. Habe einen Fehler begangen, für den ich mich heute noch schäme. Musste büßen. Ich musste eben lernen. Man sucht zwischen so vielen Zeilen, in seinen Augen. Aber wenn die dann plötzlich leer sind und man nur noch stur von der Tafel abschreibt, dann vergisst man sich selbst.

Und dann kommt man an. Nein, ich will meine Jacke nicht ablegen, mich nicht hinsetzen, nichts trinken. Stillstand? Nein, danke! Wenn aus ganz vielen unsicheren Blicken einer wird. Schlängellinien fangen sich. Und man muss einfach nur weiter gehen. Kann nicht anders, als einen Fuß vor den anderen setzen. Bei sich selbst ankommen und tagtäglich mehr entdecken, erkunden. Eigene Talente nicht ausbremsen, sondern genießen. Nicht schüchtern den Kopf senken, nicht im Nachhinein bereuen, nicht mehr warten. Ich bin angekommen, bei mir selbst. Ich kann lieben ohne zu verzweifeln. Ich sage, wenn mich etwas stört. Auch ihr!

Vorgestern bin ich 20 Jahre alt geworden. Aber das tut nichts zur Sache. Seit ein paar Wochen weiß ich, wo ich suchen muss.

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Kommentare

  • Toller Text 🙂 Und deine Figur ist wirklich toll!

    8. Juli 2014
  • Erstmal nochmals herzlichen Glückwunsch! Und schön, dass du dich gefunden hast bzw auf dem Weg dahin bist…es wird von Jahr zu jahr etwas mehr, manchmal verliert man sich auch wieder( ist mir pasiert), aber irgendwann kommt man dann doch auf den rechten Weg zurück 🙂
    Und dann wollte ich dir noch sagen, dass du einen unheimlich tollen Bauch hast 😀 und ich es beneidenswert finde, dass die Schuhe dir so gut passen…hatte mir die auch bestellt und es war ne Katastrophe 🙁

    8. Juli 2014
  • Tolles Outfit, du siehst super aus 🙂

    Liebe Grüße Su http://fashiontwinstinct.blogspot.de/

    8. Juli 2014
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