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Ostseegänsehaut

Eine Stunde auf der Fähre,
letzte Vorbereitungen treffen
In den Wind werfen
Die Frisur sitzt – noch, See tiefblau
–
zieh’ die Jacke etwas fester um den Körper.
Fast alles bedeckt, an meinen Fesseln kitzelt die Brise der Ostsee
Wiedersehensfreude

Strandaufgang
Tief einatmen
Verneigen
fröstelnd hinter’m gestreiften Strandschutz verstecken

Zaghaft den Fuß in’s Wasser halten
Überraschende Wellen, mit denen wir längst gerechnet haben
Ostwind, Algen und dann lassen wir uns endlich fallen
liegen bleiben, salzig, sorglos

Kurz nach sechs, wenn sich die rauen Wellen der Ostsee
den Tag wieder holen.
Die Sonne hat ohne Gnade gebrannt
Geht nach Hause! Lasst mich in Ruh’!

Abendbrot. Wie früher,
es hat sich nie etwas geändert.
Die Möwen kreischen
Beine fest an den Körper gepresst
Die braune Haut friert
Ostseegänsehaut

Weiß nicht genau,
wann die Sonne hier untergeht
Aber in dem Moment,
wenn sie unverhofft auf den Horizont trifft, küsst,
überfällt mich ein Schauer. 
Jedes Mal.

Früh, kurz nach sieben
– ich weiß nicht, ob die Insel noch schläft oder ob ich mich nach meinen beunruhigenden Träumen
erst wieder an die Ruhe dieses Ortes gewöhnen muss.
Auf dem Weg zur ersten Fähre, 
Möwengeschrei, Tau auf dem vertrockneten Gras.
Guten Morgen, See!
Gute Reise, Engel
– haucht mir die Ostsee nasskalt in’s Gesicht.

Abfahrt
die Zeit zu schnell vergangen
Obwohl eine Minute doch immer eine Minute bleibt.
Oder?
Und man hört, begreift, versteht, die Rufe der Möwe.
Die eigensinnige Ostsee.

Und dabei ist es der Wind. Sind es die Wolken.

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