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Schon wieder ein Witz auf meine Kosten. Diese eine Freundin, die irgendwie alles nachmacht. Der Lehrer, der gar nicht zu merken scheint, dass er mit seinen Äußerungen verletzt. Der Typ, auf den man schon eine ganze Weile ein Auge geworfen hat. Die unbekannte Kommilitonen, die immer so gut aussieht. Diesen einen Erfolg, für andere vielleicht nicht mal sichtbar, für mich selbst aber so wichtig.
Was all’ diese Menschen, Situationen, Ärgernisse gemeinsam haben? Ich habe ihnen etwas zu sagen. Ich möchte sie ansprechen, besprechen. Etwas loswerden.

Der Mensch spricht am Tag durchschnittlich 16 000 Worte. Wie kann es da passieren, dass einiges auf der Strecke bleibt? Denn ganz Vieles, zumeist das Wichtigste, schluckt man einfach runter. Man nimmt hin. Man traut sich nicht, hält es für unwichtig, will nichts Falsches sagen. Und dann vergisst man oder ärgert sich dumm und dämlich. Geht abends im Bett die Konversation noch mal durch und bereut.
Ich frage mich, woran liegt es, dass wir die Dinge, die uns am meisten auf der Seele brennen, am schwersten zum Thema machen können. Oder geht es da nur mir so? Wieso ist es dann plötzlich so schwer, die richtigen Worte zu finden? Oder ist es der eigene Stolz?
Dann gilt es Mut zu beweisen. Das können manchmal nur 20 Sekunden sein, oder weniger. Wenn der Anfang gemacht ist.   Jedenfalls braucht man nicht auf irgendeinen richtigen Moment warten. Es gibt eben keinen richtigen Augenblick, um Schluss zu machen. Keinen perfekten Zeitpunkt, um einem Freund zu sagen, dass seine sarkastischen Witze auf deine Kosten einfach nur zum kotzen sind. Aber danach kann es doch nur besser werden. Irgendwie. Oder sich zumindest richtig anfühlen.

Ich würde sogar sagen, dass es keinen richtigen Moment gibt „Ich liebe Dich.“ zu sagen. Man macht den Moment perfekt, man kann Momente perfekt machen, in dem man das Richtige, das Ehrliche sagt.
Komisch, dass man hier zwischen positiven und negativen Aussagen kaum differenzieren braucht. Natürlich gilt stets: erst denken, dann sagen. Ich würde noch hinzufügen: erst fühlen, dann denken, dann sagen. Vor dem sagen vielleicht noch einmal fühlen, auf das Bauchgefühl vertrauen und sagen. Manchmal reicht ein flüstern, manchmal muss man auch auf den Tisch hauen, man darf auch schreien. Aber es muss raus!
Ansprechen, nicht runterschlucken. Morgen ist das vergessen, morgen ist das vielleicht gar nicht mehr relevant, morgen kann es schon zu spät sein.

IMG_3118winter3winter2Strickjacke, Kleid, Schuhe – Bershka / Tasche, Kette – Accessorize / Hut – H&M / Handschuhe – Gina Tricot
Fotos – Susann Günther

Kommentare

  • Anna

    Tolles Outfit! 🙂
    Woher ist denn der schöne Schal?

    25. November 2014
  • Mia

    Mal wieder ein toller Post von dir und ein wunderschönes Outfit. Nur die Handtasche stört mich irgendwie … Aber vielleicht liegt das an meiner Abneigung gegen so große, „sackige“ Taschen 😉

    25. November 2014
  • Wieder ein sehr interessanter Text mit tollen Bildern!

    LG Christine

    25. November 2014
Seiten:1 2 3 88
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