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Nach wochenlangem Überlegen habe ich mir die Schuhe doch gekauft. Instagram findet sie toll. Und auch meine Freundinnen stehen total auf das ausgefallene Modell. Außer diese eine: „Die sind doch potthässlich!“ Partynächte. Ich stehe vor dem Kleiderschrank und erwische mich dabei, wie ich etwas raussuche, was meine Einstellung unterstreicht. Will nicht zu viel Haut zeigen, was sollen die Leute nur denken? Am Ende fühle ich mich trotzdem unwohl. Hätte ich doch die Hotpants angezogen – die machen mich zu keinem anderen Menschen!
Wir kommen ins Gespräch. Und das ist auch wahrlich nicht uninteressant. Aber mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass diese Worte zurecht gelegt sind, schon so oft ausgesprochen. Ich will was Neues! Was bewegt dich wirklich? 

Wer man ist und wer man gern sein möchte, das ist nicht immer identisch. Das ist klar. Aber auch wer man ist und wie man ist, bedeutet nicht immer das Gleiche. Was man sagt, tut, wie man guckt, was man anzieht, wie man sich eben gibt, inwiefern man verstanden wird – ganz egal ob das in dem Moment bewusst der unbewusst geschieht – entscheidet. Entscheidet, was andere von einem halten. Der erste Eindruck. Vorurteile. Wie man wirkt, was man ausstrahlt.
Ich hatte das Gefühl, missverstanden zu werden schon so oft. Es kommt nur ganz selten vor, dass man jemanden auf seiner Wellenlänge begegnet. Man wird so schnell geächtet für eine Bemerkung nebenbei, für eine Unachtsamkeit. Und dann fragt man sich: wieso ist das so? Meistens folgt darauf: Wieso denn solche Vorurteile? Ich bin so gar nicht!
Aber irgendwann ist man an dem Punkt, an dem man dann die Fehler doch bei sich sucht. Und beim nächsten Mal denkt man dann erst, bevor man spricht. Man denkt. Denkt. Spricht nicht. Beobachtet und ja begreift vielleicht auch. Aber man spricht eben nicht mehr. Natürlich verstehe ich kein Wort, wenn mir jemand seine Geschichte auf Spanisch erzählt. Aber Emotionen. Und ja, es kann auch passieren, dass ich das falsch verstehe. Aber besser, als wenn ich es nur erahnen kann, weil ich einfach nichts hören kann. Comprenez-vous?
Man muss das lernen. Man muss irgendwie noch mal sprechen lernen. Wie sage ich was. Wie spreche ich das, was sich in meinem Kopf doch so logisch, so gut, so richtig anfühlt, aus? Man bläut uns das doch schon im Kindergarten ein: „Erst Denken, dann Sprechen, dann Handeln.“ Aber manche Ideen müssen einfach sofort ausgesprochen werden, Impulse, emotionale Reaktionen. Es gibt Momente, Situationen da geht das nicht anders. Wir sollen natürlich und bedacht zur gleichen Zeit sein. Und ich sage: Nein! Man soll das sagen dürfen, was man eben in dieser Sekunde denkt, vermutet, fühlt. Und man muss umdenken dürfen. Man muss sich irren dürfen. Man muss auch manchmal Blödsinn reden dürfen. Und man muss erwarten können, dass Menschen im direkt Umfeld das einzuschätzen wissen. Gedanken sind ehrlich. Lasst sie uns aussprechen, nicht irgendwie verschnörkeln und dann verfälschen.
Opel verlangt: Umparken im Kopf! Macht das! und bitte nicht nur was Automarken betrifft. Sondern Menschen. Vorurteile haben wir alle. Der erste Eindruck ist nicht immer der beste. Und manchmal versprechen sich Menschen auch. Immer und immer und immer wieder umparken. Ich habe manchmal das Gefühl, einige Menschen stecken in einem gehörigen Schneesturm fest oder in irgendeiner Schlammlache.

Weil sie vor sieben Monaten eine abfällige Bemerkung von sich gegeben hat, ist jetzt für immer arrogant? Weil sie immer nur dumme und zu viele Fragen gestellt hat, ist sie absolut nervtötend – auch wenn sie jetzt Antworten gibt? Der Palmenprint hat sich letzten Endes doch auch so gut mit den Kakteen verstanden.

 

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Kommentare

  • 23. Juni 2014
  • Meiner Meinung nach kann zuviel Nachdenken nicht nur ein Gespräch lähmen sondern auch sämtliche anderen kreativen Ideen abtöten und sei es eine Idee für ein Outfit. Leider muss ich zwar regelmäßig die Folgen dafür tragen, wenn ich in meinem Überschwang mal wieder zu viel oder das Falsche gesagt (oder angezogen) habe, aber zumindest fühle ich mich damit authentisch und besser als eine starre, ungelenke Puppe zu sein … Nachtragend zu sein, kann einem lediglich das Leben versauern. Und was hat mir gestern jemand geschrieben? Das Leben ist zu kurz, um es ernst zu nehmen 🙂 Ich finde Dich grundsätzlich außerordentlich liebenswert, alleine Dein Anblick – auch mit diesem tollen Outfit – ist eine wahre Freue und ich bin zu 100 % davon überzeugt, dass es einfach wunderbar ist, sich mit Dir zu unterhalten!
    http://www.dressedwithsoul.com

    23. Juni 2014
    • was für ein herzlicher Kommentar und ich habe das Gefühl: du verstehst absolut, was ich sagen will! Danke dafür, Rena !! <3

      23. Juni 2014
  • Lieblings-Luise♥
    Lieblings-Palmenprint
    Wunderbarer Text!

    Wir müssen uns bald mal wiedersehen. Es ist viel zu lange her. Ich hoffe es geht dir gut.♥ 🙂

    23. Juni 2014
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