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Alles, was sie wollte, war ein glasierter Apfel, Zuckerwatte, eine kurze Fahrt durch die Geisterbahn – damit sie bescheid wüsste – und dann auf’s Riesenrad.
Also schlüpfte sie in ihr hübschestes Kleidchen, packte alles, was sie für nützlich befand, in ihre Tasche und stürzte sich ins Vergnügen.

Sie schlenderte umher. Erst mal ganz unbeteiligt. Wollte eigentlich nur mal gucken. Vollkommen nichtsahnend.
So viele grinsende Gesichter. Zuckerwatte in jeder Farbe. Alles dreht und bewegt sich. Ein reges Treiben. Hektisch vergnügt. Ein Los – Hauptgewinn! Ein kreischendes Lachen. Jahrmarktsmusik. Niete! Das Riesenrad in weiter Ferne. Wackelig. Und verzerrte Stimmen, die prahlen, die locken. Selbstinszenierung. Masken mit aufgerissenen Mündern. Menschen, so hoch wie Straßenlaternen, schauen neugierig von ihren Stelzen hinab. Attraktionen. Aufregung. Gebrüll. Applaus. Schlange stehen am Wahrsagerinnenzelt: ein jeder will wissen, was das hier bringt.
Ein grausiges, buntes Gewimmel.
Von jedem etwas, nein eher ganz viel, zu viel – niemand kann genug kriegen, geben, zeigen, präsentieren. Einander übertrumpfen: lauter, bunter, außergewöhnlicher! 

Inmitten des Trubels entdeckte sie ein kleines Karussell. Hell erleuchtet, mit bunt verzierten Figuren. Nicht besonders groß, nicht besonders laut. Und zwischen all’ diesen Attraktionen, die kreischen, angestrahlt werden, sich gut verkaufen, wirkte das Karussell bescheiden, irgendwie zurück haltend. Obwohl man es mit all‘ seinen unzähligen Details  sogar als überladen hätte beschreiben können. Aber hier: unaufgeregt. Eine leise, gleichmäßige Melodie, die man nur dann hörte, wenn man ganz genau darauf achtete.
Was wäre es schön, wenn das kleine Karussell an einem anderen Ort stehen würde, dachte sie, kaufte sich eine Marke und stieg die zwei kleinen Stufen hinauf. Freie Wahl, keins der zauberhaften Wesen war besetzt. Sie nahm auf einem der weißen Pferde Platz und schon gleich begann die Fahrt. Es war, als hätte das Karussell gar nicht angehalten. Es drehte sich – nicht zu schnell, sondern gerade richtig. Sie konnte noch erahnen, was da draußen vor sich ging, aber es war nicht mehr von Bedeutung.
Sie erschrak  und erinnerte sich an Bo und Scipio: würde sie nach der Fahrt gealtert sein?
Aber die Sorgen verflogen schnell, denn das hier  – war ihr Karussell.
Sie konnte noch erahnen, was da draußen vor sich ging, aber es war nicht mehr von Bedeutung. Denn hier gab es genug zu entdecken. Prachtvoll. Besonders von innen.

Man muss hinsehen, hinhören, achtsam sein. Man braucht den Blick für das kleine Glück – es kann schnell so viel bedeuten. Manchmal muss man einfach einsteigen. Auch, wenn sonst noch niemand drin sitzt. Seinem Bauchgefühl vertrauen.
Nicht alles, was glänzt, ist gold. Aber auch  nicht alles, was tatsächlich gold ist, glänzt.

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Oberteil – Primark
Rock – BikBok
Schuhe – Tamaris 
Tasche – Chloé

Fotos – Jenny von loveitandmoveon
Bearbeitung – Vanessa Thiel

Kommentare

  • Oh wie wundervoll!! Die Fotos und auch der Text. <3
    Alles liebe Caro

    22. September 2015
  • Elisabeth

    Wunderschöne Bilder.
    Sehr liebevoller, leichter Text mit dem Blick fürs Detail, für die kleinen und doch so großen Dinge
    des Lebens!

    Liebste Grüße,
    Elisabeth

    22. September 2015
  • Luuuu

    Toller Text ! So schön unbeschwert und lebensfroh und doch mit Botschaft 🙂
    Alles Liebe
    Luuu ♡

    22. September 2015
Seiten:1 2 3 15
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