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Ich lächle. Tanze. Unterhalte mich über belanglose Dinge. Ein Sekt. Ein paar Häppchen. Flirten. Wir halten uns an den Händen, kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Frei. Frei von Gedanken. Zweifeln. Ich genieße den Moment. Fliegende Haare, laut, schnell. Wir kreischen. Gemeinschaft. Gesellschaft. Wir stoßen an auf das Leben. Und morgen Abend bitte wieder! Genau so. Oder etwas lauter.

Ich hätte nie gedacht, dass Du so etwas schreibst. Dass du so etwas denkst. 

Ich stolpere. Hast du das gerade wirklich gesagt? Ich muss schmunzeln. Wie sieht denn jemand aus, der poetisch schreibt? Wie sieht denn jemand aus, der seinen Gedanken Platz lässt? Ich habe gemerkt, dass ich das Leben leben muss, damit ich so etwas spüren kann. Damit ich etwas zu erzählen habe. Das regt an. Das zieht mich hoch, damit ich tief fallen kann. Und der Aufprall löst so viel aus.
In mir geht so unheimlich viel vor. Immer. Bloß habe ich gelernt, die Gedanken leiser zu drehen. Ich habe gelernt, den Moment zu genießen und ihn mir nicht selber durch Zweifel, durch Misstrauen, durch Ängste kaputt zu machen. Ich habe gelernt, die Gefühle herauszukitzeln, wenn ich Zeit habe dafür und Ruhe. Meine Gefühlswelt hat meine volle Aufmerksamkeit verdient. Keine Entscheidungen zwischen Tür und Angel. Sobald ich mit mir selbst allein’ bin, kann ich all’ das verstehen. Systematisieren. Formulieren. Und zu Papier bringen. Ich lausche. Ich höre mir selbst zu. Nehme mir Zeit. Aber zum richtigen Augenblick. Will mich darauf konzentrieren können. Filtern.
Dann werde ich ganz ruhig. Bedächtig. Und verliere mich im Leben. In meinen Gedanken über das Leben. Lerne mich kennen. Überrasche mich selbst. Und genieße es. Das hier ist ein dreidimensionales Kreuzworträtsel. Ich weiß, dass ich es nie gänzlich lösen werde. Aber durch Worte zu tanzen, mit Buchstaben zu spielen, Satzfetzen zusammen zu flicken – das bereichert. Mit mir selbst in den Diskurs treten. Hart sein auf der einen Seite. Und meinen Wünschen dann wieder freien Lauf lassen. Voran kommen, ohne dass ich mich dafür bewege. Höchstens um auf einen Kirschbaum zu klettern vielleicht. Den Duft in mich aufsaugen.

Ich bin nicht schüchtern. Ich bin nicht leise. Zurückhaltend. Nicht immer zumindest. Ich gebe der zarten Fee ihren Raum. Aber lass’ mich nicht mehr verzaubern.
Das ist nicht langweilig. Nachdenklich sein. Tagebuch schreiben.
Das ist lehrreich. Kann gemütlich sein und auch sehr unangenehm. Es ist interessant. Erstaunlich. Man muss die eigenen Gedanken zulassen. Ich kann es nur vermuten: aber  geht nicht in jedem von uns so viel mehr vor, als wir preis geben? Man bildet sich eine Meinung. Man geht die verschiedensten Szenarien durch. Hoffnung hegen, alle Möglichkeiten durchgehen, abhaken, nicht vergeben können. Da ist viel mehr, als man vermutet. Verbiete dir nicht selbst den Mund. Ich suche mir meinen Lieblingsbaum und blühe.

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Kommentare

  • Wunderschöne und vor allem zauberhafte Bilder liebe Luise! Fee sein, hat manchmal wirklich was, allerdings geht in jedem Menschen wirkliche einiges mehr vor. Vulkanausbrüche, Feuerwerke. Gefühle ausleben, das ist mutig und alles andere als zart. Das Mittelmaß zu finden ist schwierig. Du inspirierst mich einfach mit jedem deiner Posts!

    Allerliebst 🙂

    mtrjschk.blogspot.de

    24. Mai 2015
  • Wow da hast du wirklich wunderschöne Worte geschrieben. Ich bin total berührt und sie sind so wahr! Ich liebe jeden einzelnen Satz von dir, lese so gern deine Texte und finde mich so oft in ihnen wieder! Du bist anders als die meisten blogger in der heutigen Zeit! Du bist wirklich etwas besonderes! Du hast etwas besonderes aufgebaut und kannst so stolz auf dich sein!

    Liebe Grüße
    Jenny

    24. Mai 2015
  • wunderschöne bilder und ein wunderschöner text!!

    24. Mai 2015
Seiten:1 2 3 40
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