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„Zeig mir doch nur ein einziges Mal, dass du mich brauchst! EIN! EINZIGES! MAL!“, knallt er mir an den Kopf und geht. Ich habe den Schmerz schon seit einigen Wochen in seinen Augen gesehen. Als ich begriff nämlich, dass das für ihn mehr ist.
Aber: „Ich brauche dich nicht“, geht mir durch den Kopf. Und es bricht mir das Herz. Denn: es ist ein schreckliches Gefühl, niemanden zu brauchen.
Es ist ein schreckliches Gefühl, sich nicht festhalten zu müssen. Zu können.

Ich bin stark. Selbstbewusst. Und viele meiner Freundinnen beneiden mich gerade darum, dass ich – auch wenn ich nicht 100%ig zufrieden mit mir, meiner Figur, meinem Gesicht, meiner Leistung, meinem Charakter bin – 100%ig zu mir selbst stehe.
Ich bin Mutig. Vor anderen. Ich habe es gelernt, meine unzähligen Ängste zu verstecken und zu überwinden. Ich gehe voran. Ich übernehme das!
Ich zieh’ mein Ding durch, sagen die Leute immer. Ich mach’ einfach. Ich strebe nach etwas. Und ich mach das allein. Als wäre nichts dabei. Und es nichts dabei. Ich bereise die Welt. Allein. Ich bin glücklich. Allein. Ich mach mich und mein Leben nicht abhängig von der Suche nach der großen Liebe.
Ich bin stark. Selbstbewusst.
Ich war nicht immer so.
Aber.
In dem Moment, in dem einem das Herz gebrochen wird, passiert etwas mit einem, dass man nur verstehen kann, nachvollziehen kann, wenn man es selbst erlebt hat: man bricht zusammen. Und alles um einen herum. Es ist leer und still. Zu still. Und überall wird geschrien. In dem Moment, in dem einem das Herz gebrochen wird, verändert man sich. Schlagartig. Und dann Stück für Stück.

Und wenn man sich dann irgendwann wieder aufgebaut hat. Dann ist man vorsichtig.
„Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“, habt ihr gesagt und gelacht und seid gegangen. Und ihr hattet recht. Heute weiß ich das.
Aber. 
Zu stark. Zu vorsichtig. Zu skeptisch.

„Ich brauche dich nicht.“, sage ich. 
Obwohl er es schon längst nicht mehr hören kann. Obwohl er es schon längst weiß.
Ich brauche dich nicht.
Weil ich für mein Glück selbst verantwortlich sein muss!
Weil ich mein Fundament nicht wieder auf irgendwas, irgendwen, der mich verlassen könnte, bauen kann. 
Weil ich mich nicht auf ein Lügengerüst stützen kann.
Und weil ich nie wissen kann, ob Du das aushältst. Ob du mich aushältst. Denn immer, wenn ich Schwäche gezeigt habe, seid ihr abgehauen. Weil es nicht zu erwarten war. Ich weiß.

Es ist ein großartiges Gefühl, niemanden zu brauchen.
Es ist ein schreckliches Gefühl, niemanden zu brauchen.

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Fotos – Julie Schönewolf
Make-Up und Haare – Uta Stabler
Blumen – Zauberhaft Floristik

Kommentare

  • Janina

    Schöner Text und sehr stimmungsvoll mit dem video 🙂

    20. März 2016
  • Ein sehr schöner Post! Ich kann deine Worte so gut nachvollziehen. Wenn man mal so richtig verletzt wird, verändert einen das. Man lernt alleine klar zu kommen, doch das ist nicht immer gut. Ich habe lange gebraucht wieder ich zu sein, mich zu nehmen wie ich bin und zu lernen, dass ich niemanden brauche um stark zu sein. Doch es geht! Und dann ist es trotzdem immer schön, wenn jemand da ist, und das muss keine neue Liebe sein, der einem den Rücken stärkt.

    Alles Liebe,
    Mel
    http://www.melooks.de

    20. März 2016
  • Wow da hast du Gedanken, die vielen von uns durch den Kopf gehen, wieder einmal wunderbar in Worte gefasst. Es ist auf jeden Fall der richtige Ansatz zuerst alleine glücklich zu sein und niemanden zu brauchen und dann kommt der richtige von ganz alleine. Das sagen viele, aber nach meiner Erfahrung ist es wirklich so. 😉
    Liebe Grüße, Anne-Catherine
    http://www.fashcation.com

    20. März 2016
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