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[ezcol_1fifth][/ezcol_1fifth] [ezcol_3fifth]Sobald ich am 1. Januar verkatert durch die Wohnung tapse und aller Weihnachtskitsch weggepackt ist, herrscht bei mir Frühling. Im Kopf zumindest. Ich stelle mir dann Dutzende von Tulpen in’s Zimmer, begutachte sehnlichst meine Sammlung von Sommerschühchen und laufe von der Haltestelle ein bisschen langsamer als sonst nach Hause, lasse mir die schwachen Sonnenstrahlen in’s Gesicht scheinen. Dann klettern die Temperaturen ganz zaghaft an die 3°C Marke und es ist um mich geschehen.

Aber der Januar und ich – wir sind keine Freunde. Der Januar, das ist mein falscher Freund. Erst vorgeheuchelte Gefühle und dann merke ich, dass es nicht voran geht, sich nichts tut. Es scheint mir als würde ich jedes Mal zwischen den Jahren stecken bleiben. Ich winde mich, will voran kommen – aber nichts bewegt sich. Vergebene Bemühungen. Im Januar werde ich krank. Im Januar heißt die Diagnose: Überlastung. Im Januar kullern zu viele Tränen. Die letzten Laster aus dem alten Jahr werden angespült und wenn die Flut dann zurück geht, nimmt sie zu viel mit sich. Der Januar und ich – wir sind keine Freunde.
Aller Anfang ist schwer, heißt es ja bekanntlich. Und ich wette, dass meine Mama euch unheimlich gern die ein oder andere Geschichte erzählen würde, wie ich es mir zu Beginn einer jeden Sache immer selbst schwer machte. Aber ich kann versichern: Ich will!  Ich bin motiviert! Ich will fröhlich sein. Aber jedes Jahr falle ich erneut auf den Januar rein. Falle. Und bin gezwungen, mich unter der Decke zu verkriechen.
Und mit der Einsamkeit kommen die Gedanken und Zweifel, die anklagenden Worte in meinem Kopf. Ich beginne nachzudenken und bemerke, dass der Januar gar nicht gehässig ist. Vielleicht ist der Januar kein falscher, sondern mein bester Freund. Er holt mich runter. Tadelt mich, ermahnt und berichtigt. Klugscheißer, denke ich, weiß aber ganz genau, dass er im Recht ist.  Das ist der Boden der Tatsachen. Das sind meine Fehler. Das ist die Realität. Reiß dich zusammen. Du kannst schrecklich sein, aber auch wundervoll, sagen wir uns gegenseitig. Er bremst mich aus, aber gibt mir jetzt zum Abschied einen herrlichen Schwung. Schubst mich in letzter Sekunde doch noch an, hat mir einen Rucksack gepackt, mit meiner Motivation, ein bisschen Proviant und grandiosen Nachrichten.[/ezcol_3fifth][ezcol_1fifth_end][/ezcol_1fifth_end]

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Hose – Zara / Top, Hemd – H&M / Schuhe – Asos /  Tasche – Pimkie / Kette – Tiffany & Co.
Fotos – Julie Schönewolf Fotografie

Kommentare

  • Für mich beginnt wie bei dir im Januar der Frühling (zumindest im Kopf). Da wir beide keine im Winter geborenen Kinder sind, schiebe ich die anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Janaur mal darauf. Aber umso mehr können wir uns freuen, was die anderen Monate zu bieten haben.

    Liebe Grüße
    Luise von http://www.just-myself.com

    29. Januar 2015
  • Ahhhhhhhhhh, so toll geschrieben, wie immer.
    Also ich muss den Januar verteidigen. Ich mag ihn wirklich. Für mich ist der Januar wie ein neuer Anfang-
    das alte Jahr ist weg, das neue kommt. Ein kathartischer Monat irgendwie.
    Klar ist es auf der andere anderen Seite ein sehr düsterer Monat aber man weiss irgendwie, dass der Frühling und auch der Sommer nicht mehr weit weg sind.
    Alles Liebe aus dem heute wunder, wunderschönen sonnigen München, Elisa
    http://www.youcausemetrouble.blogspot.com

    29. Januar 2015
  • Ich bin immer wieder begeistert von Deiner einfach grandiosen Schreibbegabung! Was für ein wundervoller Text: reflektiert, ehrlich und so wahr 🙂 Wobei ich beim Lesen jetzt ehrlich gesagt selber Lust auf den Frühling bekommen habe, obwohl ich den Winter wirklich gerne mag. Besonders hat mir an Deinem Text die Erkenntnis gefallen, dass Dich der Januar runter holt – denn wer das schafft, ist wirklich ein wahrer Freund, da ich von mir selber weiß, wie notwendig das immer mal wieder ist.
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

    29. Januar 2015
Seiten:1 2 3 88
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