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Ich wollte immer eine Margo sein. Mysteriös. Und sagenumwoben. Mutig und schlagfertig. Bewundernswert. Ich wollte immer so sein wie sie. So angesehen werden wie sie.
Vielleicht ist mir das sogar gelungen. Oder vielleicht hat es John Green geschafft mein Lieblingsbuch zu schreiben, weil ich vorher schon so war und mich darin wieder gefunden habe? Ein Mädchen, das viel zu viel fühlt, um all’ das auszusprechen. Das Gewöhnliche verabscheuend, aber dennoch lebend. Gute Miene zum bösen Spiel. Viel zu viel Smalltalk – wohl wissend, dass mir das nichts bringt, dass ich anders bin, andere Geschichten erzählen und erzählt bekommen will.
Aber in einer Sache werden Margo und ich uns nie einig sein.
Sie will wurzellos sein. Denkt, wurzellos sein zu müssen – weil der Nährstoff fehlt, der Halt, die letzte Seite. „Die Leute sind der Ort ist die Leute“, sagt sie abwertend. Verachtend.


Wenn ich in irgendeinem 10. Stock über Dresden stehe oder ein weiteres Mal mit der Straßenbahn über die Brücken der Stadt fahre und mein Blick über die Häuser, die Elbe, die wunderschöne Silhouette der Altstadt schweift, spüre ich tiefste Zufriedenheit. Und das beruhigt, beunruhigt mich. 
Aber es ist einfach so: während Dresden für viele gerade das Zentrum von Gewalt, Hass, Fremdenfeindlichkeit und dubiosen Rednern geworden ist, so ist und bleibt diese Stadt meine Heimat. Mein zu Hause. Und dieses Gefühl werde ich mir nicht nehmen lassen. Hoffentlich.
Die Leute sind … – ich kann es nicht genau sagen. Verbohrt? Ängstlich? Gegen jegliche Veränderung? 
Aber der Ort ist wunderbar.
Der Ort, das sind meine Erinnerungen. Dresden ist meine Festung, mein Ruhepol. Für mich. Und obwohl der Großteil meiner Familie schon längst ausgeflogen ist, so kann ich es mir nicht vorstellen, dieser Stadt jemals gänzlich den Rücken zu kehren. Aber das muss ich auch nicht. Denn ich weiß: ich kann jederzeit zurück kommen. Konstante. Und seit ich mir dieser Tatsache bewusst bin, fällt der Abschied auch gar nicht mehr so schwer. In einer Woche schon sitze ich im Flieger. Drei Monate nur. Ganze drei Monate. Und ich kann es nicht erwarten zu gehen – weil ich weiß, dass ich nicht mein Leben lang am selben Ort bleiben kann. Und weil die Heimat existiert, damit man nach Hause kommen kann. Und um das zu tun, muss man sich vorher verabschieden. 
Also werde ich ausfliegen und neue Erinnerungen an neue Fassaden heften. Ich werde auf fremden Parkbänken heulen. Und einem Zimmer irgendwo in Brooklyn Leben einhauchen. 
Und nach New York? Kommt Asien. Kommt Kapstadt. Kommt wer-weiß-wo.
Und zwischendrin: Dresden. Zum nach Hause kommen. Zum über die Brühl’sche Terrasse flanieren. Für „Hier hatte ich meinen allerersten Kuss“ – Erinnerungen. Bekannte Gesichter. Überfüllte Elbwiesen. Die Straßenbahnlinie 7.
Was ich mir jetzt noch wünsche? Dass Margo und ich uns doch noch einig werden. Und ich sagen kann: „Die Leute sind der Ort ist die Leute“. Mit einem guten Gewissen, meine ich. Möge die Schönheit der Stadt auf die Charaktere der Menschen überschwappen. Hört auf mit aller Kraft gegen unsere eigenen Mauern zu treten. Ich will leben. Und gern zurück kommen.


… so ist und bleibt diese Stadt meine Heimat. Mein zu Hause. Und dieses Gefühl werde ich mir nicht nehmen lassen. Hoffentlich. Aber die leise Vermutung, dass ich die Distanz nutze, um mich zu distanzieren, werde ich einfach nicht los.

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Mantel – French Connection (ähnlicher hier)
Hose – Stradivarius (hier)
Pullover – Zara (hier
Hemd – Stradivarius (hier)
Tasche – Chloé
Brille – RayBan (hier
Schal – Zara
Uhr – Marc Jacobs (hier)
Schuhe – Stradivarius (hier)

Fotos – Vanessa Thiel 

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Kommentare

  • Ein traumhaft schöner Look! Die Farben harmonieren so schön miteinander und die Schuhe sind toll! Ich glaub die hole ich mir für diesen Schnapperpreis 🙂

    Liebste Grüße Dilara
    von http://www.missdilara.de

    22. Februar 2016
  • Ich freue mich auf alle Erfahrungen und Geschichten, die du in New York erleben wirst <3

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

    22. Februar 2016
  • Julia

    Ich habe erst vor kurzem durch Zufall deinen Blog entdeckt, aber mich schon verliebt!
    Deine Bilder sind unglaublich schön und deine Texte unglaublich inspirierend.
    Ich danke dir dafür!

    Liebe Grüße, Julia 🙂

    22. Februar 2016
Seiten:1 2 3 14
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