menu-icon-luise-closing

Search

shiny1

Hast Du Dein Licht schon mal unter den Scheffel gestellt? Hast Du Dich und Deine Fähigkeiten schon mal kleiner gemacht? Hast Du Dich schon mal von anderen in den Schatten gestellt gefühlt? Oder es gar selbst getan?

Ich beantworte die Fragen in Gedanken mit einem zaghaften Kopfnicken. Und erinnere mich an diese eine Freundin, neben der ich mich fast immer wie ein Häufchen Elend gefühlt habe. Sie konnte ja gar nichts dafür. Sie hat mich auch nicht beabsichtigt in den Schatten gestellt. Es war einfach so. Weil sie gestrahlt hat und ich mich habe blenden lassen und habe dabei ganz vergessen, dass wir Freundinnen sind und keine Konkurrentinnen. Und während ich diesen Satz tippe, merke ich ein weiteres Mal, wie absurd das ist.
Und eigentlich bin ich so gar nicht. Meistens.
Denn während ich meinen Blog und die Arbeit, das Herzblut vor meinen Kritikern verteidige wie eine Löwin, so bescheiden kann ich doch werden bei Worten des Lobes, der Anerkennung.
Doch während ich so darüber nachdenke, wie ich mit Anerkennung, mit Konkurrenz umgehe, oder mich frage, wie selbstbewusst ich mit meinem Können umgehe, dann stelle ich fest, dass ich heute kaum noch darüber nachdenke. Diese eine Freundin habe ich schon ewig nicht mehr gesehen und wenn mir heute jemand ein Kompliment macht, dann bedanke ich mich, freue ich mich.

Und das ist gut so. Ich lasse mich nicht ablenken, ich schaue gelegentlich nach links und rechts, vergleiche, aber stecke keine Ellenbogen raus. Ich strahle einfach und habe bisher immer gehofft, dass es alle anderen mit mir tun.
Natürlich gibt es im Leben Situationen, die einem Wettbewerb gleichen. Und jeder von uns nimmt an zahlreichen Kämpfen teil. Wettkämpfen. Wetteifern. Und dann gibt es Konkurrenz. Bewerbungsgespräche. Wettläufe. Aber das meiste im Leben eben doch nicht. Das hier ist kein Wettlauf, wer zuerst möglichst viel von der Welt gesehen hat. Es geht nicht darum, wer am schnellsten, am schlausten oder am elegantesten über die Ziellinie läuft.
Jeder von uns ist ein Gewinner. Wir teilen uns das oberste Treppchen.
Und was ich mir jetzt vornehme für die Situationen, in denen ich das vergesse? In den Momenten, in denen ich mich klein fühle. Mich schäme, dass ich immer noch in Dresden wohne. In denen ich wieder mal feststelle, dass meine Leistungen im Studium viel besser sein könnten und ich mich frage, was eigentlich das Außergewöhnliche an mir ist – in denen nehme ich die Superheldenpose ein. Ein fester Stand und die Hände in die Hüfte stemmen. Und dann genau 10 Minuten genau so stehen bleiben. Kopf heben, Blick gerade aus und dann kommt das Selbstbewusstsein von ganz allein. Klingt verrückt. Aber hilft. Wirkt. Oder ich schlüpfe in meinen über und über glitzernden Overall. Und scheine. Strahle. Denn ich kann so einiges. Und Du auch!

shiny2 shiny3kleinstadtcarrie_shiny-45

Jumpsuit – GinaTricot | Schuhe – Forever21
Fotos – Julie Schönewolf

Kommentare

  • Wie immer toll geschrieben! Wir vergessen wohl alle mal, was wir eigentlich alles können. Vielleicht brauche ich auch so einen wunderschönen Glitzer-Jumpsuit 🙂

    12. Juli 2015
  • was für ein wunderschöner Look! Mir gefällt der Jumpsuit sehr gut :-* http://www.thepinkheartgirl.blogspot.de

    12. Juli 2015
  • Wunderschöner Text und wunderschöne Bilder. Du siehst zauberhaft in dem Jumpsuit aus! Das mit dem Tiefstapeln kenne ich auf jeden Fall. Ich studiere in einer Männerdomäne und halte mich oft zurück, wenn ich Lob bekomme. Eigentlich quatsch – schön, dass du darüber schreibst 🙂
    Liebe Grüße,
    Samieze
    http://samieze.com

    12. Juli 2015
Seiten:1 2 3 13
Schreibe einen Kommentar