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Ich habe das Risiko immer gescheut, verteidige ich mich und meine Untätigkeit. Kann nicht ‚Lebe wohl!‚ sagen. Aber der Krieg ist längst verloren, ermahnen sie mich. Die Ernte ist trotzdem nicht missglückt. Ich wollte nur Prinzessin sein, aber das reicht nicht. Ich muss König sein und Knecht zugleich. Habe immer gedacht, dass nur du mein wahres Gesicht kennst, mich auf den Thron gesetzt hast; mittlerweile vermute ich, dass du mir den Hut aufsetzt, auf den du gerade Lust hast.  Gelegentlich die Krone. Zuweilen ist das ein großer Sack. Und ich versinke.
Wie ein geschlagener Hund ziehe ich mich zurück, werde aber nicht von deiner Seite weichen. Und das ist das Problem mit der Unterwürfigkeit. Wenn man sich selbst aufgibt, vergisst. Wenn man sich nicht mehr selbst schützen kann. Wenn man nicht die Kraft, den Willen, den Stolz hat, sich abzuwenden, weil es zerstört. Du schnürst mir die Kehle zu. Und ich helfe dir dabei. Und nur weil man sich dieser Tatsache bewusst ist, macht das absolut nichts besser. Man verliert den Respekt vor sich selbst dann gänzlich. Lähmend.
Zu oft ist genau das passiert. Zu oft habe ich darüber nachgedacht. Nachgefragt. Ich fühle mich machtlos, obwohl mir dieses ganze Königreich, namens Zukunft, zu Füßen liegt. Ja oder Nein. Links oder Rechts. Liebe oder Hass. Entscheiden. Fällt zu schwer.
Was für ein König.

Déjà-vu – „Erinnerungstäuschung, bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in gleicher Weise schon einmal erlebt zu haben.“ Das sagt der Duden. Wenn ein Déjà-vu also nur eine Täuschung ist, dann muss das, was hier gerade passiert, etwas anderes sein. Denn, ich habe das schon mal erlebt. Genau so. Nur andersherum. Als hätte irgendwer vier, vielleicht fünf Jahre zurückgespult, ein paar Akteure ausgetauscht, neue Rollen vergeben und mir ein bisschen mehr Erfahrung verliehen. Trotzdem noch naiv. Ich habe das so schon mal erlebt. Konzentration. Jetzt heißt es, sich erinnern und gut überlegen, welchen Schritt man als nächstes macht. Wiederholen wir den Fehler, geben wir nach und warten einfach nur ab. Oder pack‘ ich jetzt endlich mal mit an. Verteidige mich. Ich kann mich nicht genau erinnern. Verschwommen.
Ich erinnere mich an den Deutschunterricht. Er sprach immer von anthropologischen Konstanten. Das ist Liebe, Tod und Angst, Verlust …  – Gefühle, die immer wieder kommen. Die sich immer wiederholen. Die jeden Menschen im Laufe seines Lebens tangieren. Darauf ist Verlass. Was Goethe mit pathetischen Worten umschrieb, finden wir heute in anderer Form in verschnörkelten Schriftarten bei tumblr. Und so sind es eben auch jene Konstanten, die jeden von uns immer und immer wieder berühren, aus der Bahn werfen, glücklich machen. Aber sie sind und bleiben – für jeden einzelnen von uns – unvorhersehbar und dennoch gewiss. Kein Lenkrad. Kein Zepter. Keine Bremse. Es bleibt nur zu hoffen, dass man lernt damit umzugehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir dem Heer werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht immun werden.

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Hose, Bluse – Bershka / Lederjacke – Chicwish / Tasche – Versace via Wardow / Schuhe – Deichmann / Weste – H&M / Kette – Accessorize
Fotos – Franzi (schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei!) / bearbeitet von Frederic

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Kommentare

  • Ich kann es eigentlich nicht oft genug sagen, aber ich liebe deine Texte. Je länger man liest, desto mehr Sinn macht der Text und man versinkt einfach vollkommen in dieser Welt.
    Danke dir 🙂

    11. Dezember 2014
  • Die Weste habe ich auch und ich liebe sie. Das Outfit ist so toll, ich werde es wohl mal kopieren, bis auf die tolle Tasche – dafür reicht das Geld noch nicht 😀

    11. Dezember 2014
  • Sehr schönes Outfit. Besonders gefallen mit die Details der Jeans und auch die Weste ist sehr schön. Ich bin begeistert 🙂

    x Kate
    http://www.the-little-day-dreamer.blogspot.com

    11. Dezember 2014
Seiten:1 2 3 8
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