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Das Schlimmste beim letztem Mal ist, dass du in dem Moment nicht weißt, dass es das letzte Mal ist. Es fühlt sich an wie immer. Da ist ein leiser Zweifel. Ein kaum hörbarer Einwand. Den du aber einfach beiseite schiebst.
Und irgendwann sitzt du da. Mitten in der Nacht. Kannst wieder nicht schlafen und fragst dich, wann das alles eigentlich aufgehört hat: Das letzte Mal kraulen. Das letzte Mal deine schützenden Hände auf meinen Ohren. Das letzte Mal durchkitzeln. Der letze Kuss. Die letzte ehrliche Umarmung. Das letzte Mal, dass ich am wunderschönen Elbufer entlang spaziere.
Die letzte Seite. Das letzte Wort. Herauszögern. Du klappst das Buch zu. Nach dieser unfassbar schönen Geschichte. Du merkst, dass das Lied gleich vorbei ist. Es wird immer leiser. Unumgänglich. Und dann: Stille. Und wenn der Sommer sich mit einem letzten lauen Sommerabend verabschiedet. Langsam. Irgendwie genüsslich. Ein klein bisschen schmerzhaft.
Aber nicht so richtig – vielleicht wird es ja morgen doch noch mal schön. Vielleicht gibt es einen zweiten Teil. Vielleicht geht die Geschichte weiter.
Und dann: kommt der Moment, in dem du schmerzlich feststellst, dass das alles tatsächlich nie wieder kommt. Das war’s. Endgültig. Ein für alle mal. Und dann wachst du auf. Am nächsten Morgen. Und das Gefühl ist weg. Leere erfüllt den Raum. Unendliche Leere.

Ich werde wieder kommen. Dresden.
Aber in drei Monaten werde ich nicht mehr die selbe sein. Und die Menschen, die ich verabschiede, warten dann nicht mehr hier auf mich. Und die, die bleiben, werden bemerken, dass sich etwas entscheidendes verändert hat.
Ich werde wieder kommen. Aber ich merke, dass die Melodie langsamer wird. Ich spüre, dass es bald vorbei ist. Ich weiß nicht, ob es jetzt endgültig das letzte Mal ist. Das letzte Mensa Essen? Aber vielleicht morgen noch mal! Der letzte Tequila. Aber einer geht noch! Das letzte zufällige Treffen. Aber vielleicht holst du mich ja auch wieder ab.

Das Schlimmste beim letztem Mal ist, dass du in dem Moment nicht weißt, dass es das letzte Mal ist. Es fühlt sich an wie immer. Da ist ein leiser Zweifel. Ein kaum hörbarer Einwand. Den du aber einfach beiseite schiebst.
Diesmal funktioniert das nicht. Das mit dem Beiseite Schieben. 
Weil ich das erste Mal überhaupt: selbst gehe. Verlasse. Aufbreche. Das erste Mal trage ich meine eigenen Koffer zum Bahnhof. Packe meine eigenen Sachen. Und sage „Lebe wohl!“. Das erste Mal lasse ich zurück. Und auch wenn es doch eigentlich nur drei Monate sind. Es ist so viel mehr. Es ist der erste Schritt. Der erste Schritt, den ich so lange eherausgezögert habe. Ich fliege aus.

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Jacke – New Look
Pullover – Asos
Hose – Zara
Schuhe – Converse
Tasche – GinaTricot
Uhr – Marc Jacobs
Schal – BikBok

Fotos – Vanessa Thiel

Kommentare

  • Ronja

    Unglaublich schöner, trauriger Text <3

    10. Februar 2016
  • Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist loszulassen, aber Hey! Es erwartet dich ein Abenteuer! Ein wunderbares Abenteuer. Du wirst diese drei Monate genießen und sie werden so schnell vergehen. Ich freue mich sehr auf deine Eindrücke, die du mit uns auf deinem Blog teilen wirst 🙂 Gute Reise!
    Love, Isa Red | http://www.lookatisared.blogspot.de

    10. Februar 2016
  • Maren

    Viel Spaß in New York 🙂 Vielleicht sieht man sich ja, bin Ende März/ Anfang April auch dort 🙂 Hast du irgendwelche Tipps für New-York-Unerfahrene wie mich (außer Rockefeller Center ;D)? 🙂 Wirst du eigentlich direkt in Manhattan leben? 🙂

    10. Februar 2016
Seiten:1 2 3 14
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