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Es war ein Freitag Abend. Die Woche endlich vorbei, der Fernseher war an und sie stieg gerade in die Badewanne, als das Handy klingelte. Ganz egal. Heute werde ich keinen Schritt mehr vor die Tür wagen, dachte sie und tauchte unter. Sie wusch sich die Haare, war mit ihren Gedanken hier und da, genoss den Augenblick. Eincremen, einkuscheln. Endlich Wochenende. Nichts an der Situation verriet ihr, was die Nacht noch für sie bereithalten sollte. Bis es an der Tür klingelte. Wer sollte das sein? Sie schielte auf ihr Handydisplay. 00:41 Uhr. Sicher nur irgendein Betrunkener, der sich einen Spaß erlaubte. Wieder schellte es. Und sie stand widerwillig vom Sofa auf, verließ ihre gemütliche Position und nahm den Hörer ab. Wer da? Ich bin’s, hörte sie den weichen Klang seiner Stimme sagen und eine unerklärliche Vorfreude durchfuhr ihren Körper. Und dann stand er da, mit der braunen Ledertasche, einer Flasche Wein und einer Schachtel Gauloise.

Sie betritt die Tanzfläche und es scheint, als wären alle Augen auf sie gerichtet. Auf einmal ist es stockdunkel, gleich beginnt ein neuer Song. Ihre drei besten Freundinnen sind dabei. Der Lippenstift sitzt und sie hat endlich wieder in die Jeans gepasst. Aber es bleibt keine Zeit zum Nachdenken. Alles bebt, die Menge tanzt. Ihre Haare fliegen, einen Drink in der Hand und dann verliert sie sich in der Musik, lauthals mitsingen. Sie wirbelt herum und dann treffen sich ihre Blicke. Er hat sie die ganze Zeit angesehen, ein Auge auf sie geworfen, aufgepasst. Aber da ist nichts Sanftes  in seinem Blick. Beunruhigend. Besitzergreifend. Nicht aufhören zu tanzen. Genießen. Sie schließt ihre Augen, bewegt sich zum Beat und weiß genau, dass er schaut. 

Sie sitzen zusammen auf dem Balkon. Genießen eine Zigarette in der Abendsonne. Es wird langsam frisch und sie fährt sich mit der Hand über die Gänsehaut, fröstelt und zieht sich die Decke ein bisschen fester um die Knie. Die beiden reden über Gott und die Welt. Eigentlich wie immer. Ein Glas Rotwein. Obwohl er lieber weißen trinken würde. Sie erzählt und regt sich auf und berichtet begeistert. Durchlebt so viele Gefühle in wenigen Minuten. Er hört geduldig zu und wartet nur auf den Moment, wenn sie – unbemerkt – an ihrem Zeigefinger knabbert. Das macht sie immer. Und dann streicht sie sich eine Strähne hinters Ohr. Sie wird ruhiger. Ihre Gedanken, ihr Blick irrt nicht mehr umher. Sie atmet aus und sieht ihn endlich an. Und bemerkt es. 

Diese Momente. Wenn die Fingerspitzen kribbeln. Das Selbstbewusstsein aus einem heraussprudelt. Man sich das Lächeln einfach nicht verkneifen kann. Dieser Moment, wenn man begreift, sich endlicht traut, es aus einem herausbricht. Bremsen ist zwecklos. Jetzt oder nie. Das macht Spaß, das ist gefährlich, raubt einem den Atem. Aufregend. Risikoreich.
Diese Energie zwischen zwei Menschen. Leidenschaftlich. Sinnlich. Unberechenbar. Lass‘ den Moment ewig andauern. Nie seinen Reiz verlieren. Das ist Magie. Ein Fläschchen Zaubertrank. Und manchmal fühlt es sich an, als sei man in den Kessel gefallen. Reizüberflutung. Aber sei nie zu gierig. Lieber sparsam. Bedächtig. Auf die Dosis kommt es an. Das ist das große Geheimnis. Es soll doch am Ende nicht heißen: zu viel des Guten. Es ist besonders. Und das soll es auch bleiben. Spar‘ dir genau diesen Blick auf, den Moment, die letzte Zigarette. Schaut in den Sternenhimmel. Eine Sternschnuppe. Ein guter Kuss.

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Hose – Zara | Shirt – H&M | Schuhe – Pimkie | Tasche – Belmondo | Armband – ines.p
Fotos – Vanessa Thiel

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