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Author: Luise Morgeneyer
  -  Articles posted by Luise Morgeneyer

Ich habe Dich anderthalb Jahre lang nicht gespürt. Nicht gewusst, wie es Dir wirklich geht. Wir haben jetzt vier Wochen nicht miteinander gesprochen. Ich habe Dir nie gesagt, wie sehr mir das wehgetan hat. Habe mich zurückgezogen. Wir haben uns aus den Augen verloren. Nicht irgendwie. Wir wissen beide, weshalb. Plötzlich gab es da unterschiedliche Weltanschauungen. Einen Mann. Diese Lüge, die irgendwie doch giftiger  für

"Deine Augen faszinieren mich so sehr, dass ich gar nicht wegsehen will. Und wir küssen uns. Küssen einander. Deine Haut auf meiner. Nichts zwischen uns. So fühlt es sich an jedenfalls. Jedenfalls meistens. Bis: Wir halten Spiegel vor unsere Brust. Als Schutzschild irgendwie. Weil man damit blenden kann. Und ein Feuer machen. Weil erst Mal keiner blind zuschlägt, – denn das bringt Unglück. Und weil

Es ist ein heißer Sommertag gewesen. Wir haben gerade zu Abend gegessen und spazieren jetzt den Strand entlang. Der gerade dabei ist sich abzukühlen. Die letzten Menschen packen ihre Sachen zusammen und brechen auf. Oder kommen gerade an, um gleich der Sonne beim Untergehen zuzusehen. Alles ist bereits in ein sanftes Abendlicht getaucht und sieht so friedlich aus. Kaum etwas verrät, wie heiß

Der erste Flieger. Von Berlin nach München. Es ist 6:35 Uhr, ich sitze bereits auf meinem Platz am Gang und fahre mir verschlafen durch die blonden Haare. Trage eine Jeans und T-Shirt, schicke Sandalen und Make-Up. Ich bin 24. Neben mir ein Mann Mitte 50. Er liest Zeitung. Trägt einen Anzug. Nickt mir verlegen zu, als ich mich neben ihn setze. Ein weiterer Anzugträger

"Auf Postkarten muss man nicht antworten, deswegen hast Du die immer so geliebt. Zuneigung, ohne dass sie erwidert werden muss. Meine Zuneigung, ohne dass Du sie erwidern musst. Die Gewissheit, dass ich da irgendwo bin. Aber nicht wo. Denn Postkarten haben keinen Absender. Ich bin irgendwo. Und wahrscheinlich längst weiter gezogen. Aber irgendwo. Irgendwo da für dich. Aber nicht bei dir. Weil Du mich nie ganz und

"Vielleicht ist das zu viel verlangt. Vielleicht geht es im Leben darum Halt zu finden. Vielleicht gibt es diesen einen Seelenverwandten doch gar nicht. Vielleicht ist das zu gierig und wahnsinnig. Vielleicht. Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich warten werde darauf. Auf etwas Echtes." Den ganzen Text in "Wurzeln zu Blüten" auf Seite 253   Fotos – Martin Stier 

"Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Ich habe eine Weile nichts von Dir gehört. Du hast gelesen. Du kannst immerhin immer von mir lesen. Und du weißt, wo meine Schritte wandeln. Du verfolgst mich still. Und heimlich. 
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und ich frage mich, was Du wohl gerade tust. Du bist auf der Karte des Herumtreibers nicht zu

"Fürchte Dich nicht. Wir alle sind bewaffnet. Mit Schwertern, die wir wie Relikte verwahren, weißen Flaggen, mit denen wir unsere eigenen Tränen trocknen und mit zwei Armen, damit wir einander festhalten, nicht wehren können. Die Schwerter als Erinnerung: an die Kämpfe, die ich führte. Und es hat Monate gedauert, das Blut aus den weißen Flaggen zu schrubben und nächtelang streichelte ich die Narben meiner eigenen Arme. Ich

    "Eine Woche, in der ich verstanden habe, was affection bedeutet. Und dank Dir, habe ich es nicht nur abgelesen, sondern verinnerlicht. Du hast mir jeden Buchstaben auf eine andere Stelle meines Körpers, meiner Seele geküsst. Zärtlich gestreichelt, bis ich selbst buchstabieren konnte. Du warst einfach da, hast meine Hand genommen und mir gezeigt, wie es geht. Einfach so. 7 Tage. Affection." Der ganze Text

"Die Welt dreht sich. Ein blauer Ball dreht sich. Um einen brennenden Ball. Und allzu oft vergessen wir all das, – weil sich  die Welt, dieser blaue Ball, am Ende doch nur um uns selbst dreht - und dabei so viel unnötigen Lärm macht, dass wir vergessen worum es am Ende wirklich geht." Der ganze Text in "Wurzeln zu Blüten" auf Seite 236