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Ich bin selbstbewusst. Und selbstsicher. Natürlich zweifle ich gelegentlich, aber an und für sich, weiß ich, was ich kann und wer ich bin. Aber es gibt Momente in meinem Leben, da erlebe ich einen Flashback – bin auf ein mal wieder 13 und unsicher und sitze auf der eiskalten Sportbank und einer alten schäbigen Turnhalle, ziehe mir die langen Ärmel über die Handgelenke und mir stehen die Tränen in den Augen, weil mich niemand in seine Mannschaft wählt.
Ja, das klingt sehr nach einem Klischee, aber wahr ist es trotzdem.
Und noch eine Sache, die mich ziemlich geprägt hat, ist die Tatsache, dass ich beim Sport unfassbar rot werde und andere Kinder mich das nicht haben vergessen lassen. Jedes Mal wenn wir Völkerball gespielt haben und ich mich richtig in’s Zeug legte, wurde mein Kopf direkt dunkelrot. Beim Sprint war ich die schnellste, wurde aber dann ausgelacht, geärgert. Als wäre Schulsport nicht ab einem gewissen Alter sowieso schlimm genug.
Ich glaube, die Anderen dachten, dass mir das nichts ausmache. Die kleinen Neckerein. Die bösen Worte. Das Lachen. Ich hatte auch damals schon eine große Klappe und machte den Jungs schöne Augen. Vielleicht war das mehr so ein Spielchen. Aber es tat weh. Verdammt doll.
Ich weiß mittlerweile, dass ich viel selbstsicherer wirke, als ich es eigentlich bin. Kann mich gut verkaufen, weiß meine Stärken zu betonen.
Aber in den Momenten, habe ich aufgegeben.
Ich habe aufgehört, mir Mühe zu geben. Habe nicht mehr 100% gepowert. Habe mich angepasst. Wollte nicht mehr auffallen. Und das war auch der Grund, wieso ich nie Sport gemacht habe. Zumindest nicht in einer Gruppe. Mit Gleichaltrigen. Scham. Ich wollte unbedingt Cheerleader sein, das war immer mein Traum. Gewagt habe ich es nie.

Man wird älter. Man fängt an sich selbst zu akzeptieren. Ihr kennt das ja.
Trotzdem hatte ich mir geschworen, niemals ins Fitnessstudio zu gehen.
Ja und dann kam ich an die Universität und im November 2013 meldeten sich alle meine Freundinnen im Fitnessstudio an. Und dann tat ich es auch – Gruppenzwang hin oder her – das war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Es macht so Spaß, Erfolge zu sehen. Seit zwei Monaten ungefähr gehe ich dazu noch Joggen. Auch daran würde ich – davon ging ich zumindest jahrelang aus – nie Freude finden. Tue es aber. Dazu in einem meiner nächsten Blogpots mehr.

Und das mit dem roten Kopf? Ja, das ist immer noch so. Ich störe mich auch nach wie vor daran – natürlich. Aber ich kann es nicht ändern! Ich will 100% geben, vielleicht sogar ein bisschen mehr – und wenn dann nicht mehr jedes Haar perfekt sitzt – Who cares? Bestimmt findet es der ein oder andere immer noch amüsant, ich muss ja selber schmunzeln, wenn ich mich danach im Spiegel ansehe. Aber das nicht nur, weil meine Gesichtsfarbe ein unnormales Ausmaß angenommen hat, sondern auch, weil ich meine Bestzeit schon wieder geknackt habe! Weil ich nach dem Training jeden Muskel spüre.
Manchmal müssen andere Dinge zurück stecken, wenn man eine Sache vollkommen durchziehen will. Ob es das wert ist, muss dann jeweils entschieden werden. Aber in dieser Sache bin ich mir ganz sicher.
Also schlüpfe ich in meine schönsten Sportklamotten und gebe 110%! Und wenn ich hell genug strahle, dann achtet auch niemand mehr auf den roten Kopf.

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Schuhe, Sporttasche – Nike | Tights – adidas stella sports | Top, Sport-BH – H&M 

Fotos – Tobias Ritz

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Kommentare

  • Laura

    Sehr schöne Posts diese Woche! 🙂
    Ich wollte Dich mal fragen, in welches Fitnessstudio du gehst? Du scheinst ja zufrieden damit zu sein und ich ziehe im September ebenfalls nach Dresden zum studieren und suche noch nach einem! Danke!

    16. Juni 2015
  • Wieder ein schöner Beitrag 🙂 Mir geht es mit dem roten Kopf genau wie dir, dazu fange ich fürchterlich an zu schwitzen und ich habe alle paar Minuten mein Handtuch in der Hand um mir den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Ich finde es auch fürchterlich aber ich ziehe das Training lieber vernünftig durch um im Nachhinein kein schlechtes Gewissen zu haben 🙂
    Ein wenig peinlich finde ich es immer noch so durch das Fitnesscenter zu gehen aber fein Text hat mich wieder ein wenig ermutigt, dankeschön. ♡

    16. Juni 2015
  • Das mit dem roten Kopf kenne ich selbst ganz gut 😉
    Ich bin gespannt auf deinem Post zum Joggen, denn ich finde bislang leider keinen gefallen daran, obwohl ich es gerne würde. Aber mein innerer Schweinehund ist auch leider mindestens ein ausgewachsener Husky 🙁

    Liebe Grüße
    Sonja
    http://www.one-fiftytwo.blogspot.com

    16. Juni 2015
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